Ich weiß nicht genau, wie sich das entwickelt hat, aber am Samstag hatte ich irgendwie die Nase voll von der ewigen Schwankerei, meine Arbeit hat sich auch überhaupt nicht mehr vorwärts bewegt, irgendwie musste ich mich stellen.
Ich habe mir mit jemandem, der sich damit auskennt, weniger mein Suchtproblem, mehr mein Arbeitsproblem angeschaut, das ewige sich vor Entscheidungen drücken, sich ablenken, wozu mir natürlich auch meine Sucht immer sehr recht kommt. Es war nicht ganz einfach, mich zu stellen, aber die eine oder andere Angst in mir habe ich besser verstanden und auch, dass ich nicht darum herum kommen würde, ein bestimmtes Spannungsgefühl beim Arbeiten, manchmal auch beim Leben, auszuhalten, damit umzugehen, es nicht gleich feucht-klebrig abzubauen, sobald es sich in meine Magengrube schleicht. Den einen oder anderen Weg dazu gezeigt bekommen.
Ich will nicht euphorisch sein, ich bin es, ehrlich gesagt, auch nicht, aber ich habe die Tage danach wenigstens, einiges anders gemacht. Enthaltsam gelebt, gearbeitet, mich den ganzen immer vor mir hergeschobenen Dingen wenigstens mal ins Auge geblickt und die wichtigsten davon wenigstens mal angegangen und ein Gefühl dafür bekommen, wie lange ich noch mit ihnen beschäftigt sein werde, und wenn ich mcihablenken wollte gemerkt, dass ich mich ablenken will und immer wieder ein gutes Gefühl dabei gehabt, nicht nur Nein zu sagen, sondern auch Ja zur Alternative. Gute Tage. Schlecht geschlafen. Zu viel in mir ist im Moment in Bewegung, deswegen will ich mich auch gar nicht der Illusion hingeben, dass ich in dieser oder jener Zeit dieses oder jenes Stück des Weges gegangen sein werde. Ich gehe mit dem Blick auf den nächsten Schritt und der eine oder andere davon ist mir schon schwer genug gefallen in den letzten Tagen.
Vorsichtig zwei Kontakte wieder angeknüpft, zwei von den vielen, die mir in den letzten Jahren fast verloren gegangen sind. Zwei schöne Reaktionen, die mir gut getan haben.
Schwierig mit K ins Gespräch zu kommen. Am Wochenende kann ich sie endlich mal wieder sehen, in den Arm nehmen, höchste Zeit. Gleich von dort aus gehe ich auf Dienstreise, über eine Woche und werde wahrscheinlich auch eher nicht dazu kommen, währenddessen hier hinein zu schreiben. Und wie ich mich kenne wird der Tag morgen auch hektisch genug mit Reisevorbereitungen. Also mach ich hier mal eine Pause.
Nicht dass es jemanden interessiert
) Ich packe meine Werkzeugkiste, die ich am Samstag bekommen habe und hoffe, dass sie mir hilft, wenn in den nächsten Tagen die schwierigen Momente kommen. Der Gedanke ist gerade so fern. Vielleicht weil ich so müde bin, mir gar nicht vorstellen kann, jemals irgendwie wieder Lust zu haben. Mein Kopf weiß, dass nur der richtige Auslöser kommen muss und schon bin ich wieder hellwach und mitten dabei. Also mal schön die Auslöser umgehen.
Ich bin gespannt, wie ich heute schlafen werde. Wann ich auch wieder Ruhe innen fühlen werde. Was ich schreiben werde, wenn die Reise zu Ende ist.
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